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Modelkarteien – Herausforderung an die Nerven

Gepostet am Mrz 4, 2013 von | 2 Kommentare

Scream klein

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Fotografiebegeisterte,

ich muss nun mal meinen ganzen Frust hier los werden zum Thema Amateur-“Modelkarteien” und der aufstrebenden Models dort. Sie gibt es wie Sand am Meer, vermutlich auch wegen GNTM Staffel 1 bis 570, wo die Frau mit der Piepsestimme jungen, unerfahrenen und meist gutaussehenden jungen Damen die große Karriere verspricht und dadurch die ebenfalls jungen und unerfahrenen und nicht immer so gutaussehenden Damen vorm TV auch dazu ermutigt sich ins große Modelbusiness zu wagen. Schön und gut, jeder hat eine Chance verdient, die Show läuft und viele Menschen sind dadurch ein wenig glücklicher, auch wenn es nur aus dem Grund ist das man mal eine Abendunterhaltung bekommt bei der man nicht mitdenken muss. Aber mein Beitrag soll sich nicht um GNTM drehen sondern um die Modelkarteien. Ich nenne jetzt keine beim Namen, nicht das ich meinen Blog dicht machen muss. :-) Ich jedenfalls bin bei zwei großen Portalen angemeldet, auf denen Amateurfotografen (wie ich es auch bin!) und Amateurmodels sich suchen und finden können. Ich kann jetzt nur aus meiner Sicht erzählen, die ich als dort angemeldeter Fotograf habe.

Erste Schritte

 Wenn man sich bei solch einem Portal anmeldet, hat man üblicherweise erst wenig Referenzbilder – da sind sich Models und Fotografen gleich. Nun gilt es, die auf der Sedcard befindlichen Anfängerbilder (bei den Models meist mit dem eigenen Handy gemacht) Schritt für Schritt gegen qualitativ hochwertigere, eigene Bilder auszutauschen. Dieser erste Schritt ist aus Sicht des Fotografen der Schwerste. Models die man anschreibt, lehnen meist ab weil man ja nicht genug Beispielbilder des eigenen Könnens hat. Hier gelingt es mir ausnahmsweise Verständnis für die Models zu haben. Deswegen gehen die meisten Fotografen dazu über, ihren Lebensabschnittsgefährten zu fotografieren oder Freunde und Bekannte. Die freuen sich ein paar Bilder für lau zu bekommen und wir freuen uns, dass wir endlich ein paar Bilder der besseren Art präsentieren können. Wir haben nun Fuß gefasst und sind bereit dazu, Models mit Handyreferenzen zu guten Bildern für ihre Sedcard (SC) zu verhelfen.

Die Suche nach dem geeigneten Model

Die Aufgabe des Fotografen besteht nun darin, ein Model zu finden welches zu einer Shootingidee passt. Dabei gibt es viele Faktoren, die berücksichtigt werden müssen und dazu passende Probleme.

Steht das Model für die Art des geplanten Shootings zur Verfügung?
Manche shooten nur Portrait, keine Dessous, kein Akt – soweit absolut ok und verständlich. Wenn jedoch in der Beschreibung steht “Keine Dessous-Shootings” und die SC zeigt nur Bilder aus diesem Bereich, dann fühle ich mich schon irgendwie verarscht. Das Frustbarometer steigt!

Kommt das Model aus der Region?
Hier tauchen nur sehr selten Probleme auf. Entweder das Model kommt aus der Region oder nicht. Wenn nicht, muss ich u.U. Fahrtkosten zahlen, was vollkommen legitim ist. Wenn jedoch ein Model aus Erlangen eine kleine Busfahrt machen muss um zu mir zu kommen, dann bin ich nicht bereit das Ticket zu zahlen. Ich heize ja schließlich die Bude ein (da hab ich ein Mini-Heimstudio) und verlange deswegen auch keine Heizkosten. Und das Getränk das ich beim Shooting immer bereit halte ist auch echt gratis.

Sieht das Model überhaupt gut aus?
In diesem Punkt werde ich sicherlich viel Kritik ernten, aber wer mich kennt weiß das ich immer ehrlich und direkt bin. Erst kürzlich habe ich das Thema mit meinem Kumpel Mario besprochen. Das Fazit war: Ein Model muss gut aussehen um ein gutes Foto hinzubekommen. Sicherlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters, doch wie will ich als Amateurfotograf etwas schön ablichten wenn ich es nicht selbst als schön empfinde. Das heißt übrigens nicht, dass bei mir jedes Model mager und blond sein muss, nein. Ich fotografiere auch gern Menschen die keine Topmodel-Maße haben. Aber dann müssen sie dazu stehen. Nix ist schlimmer für mich als der Satz: Kannst Du mir meine Speckrollen mit Photoshop weg machen?? Sicherlich könnte ich das, aber ich will es nicht. :-) Deswegen wähle ich meine Models vorher gezielt aus. Ich möchte fotografieren und nicht als Photoshop-Guru Menschen glücklich machen die mit ihrer Figur unzufrieden sind. Da ich selbst eine Wampe habe, weiß ich das das auch nicht glücklicher macht.

Wie zuverlässig ist das Model?
Ein ganz wichtiger Punkt, der aber sehr schwer zu überprüfen ist. Denn auch Kriterien die scheinbar dazu dienen die Zuverlässigkeit zu überprüfen sind keine Garantie. Zum Beispiel gibt es in einer der Karteien eine Anzeige in jeder SC, der man entnehmen kann wie zuverlässig und schnell das Model auf Nachrichten reagiert. Prinzipell ganz toll. Aber die Anfragen die nicht beantwortet wurden scheinen da irgendwie unter zu gehen, unbeantwortete Nachrichten tauchen in keiner Statistik auf. Wahrscheinlich weil Nachricht nicht immer gleich Anfrage ist, vielleicht sollte man diese Punkte strikt trennen!?
Auch den bisherigen Shootingbewertungen kann man, wenn man sich die Arbeit macht und sie alle durchliest, unter Umständen entnehmen, wie zuverlässig das Model ist. Eine Shootingbewertung kann aber nur ausgefüllt werden, wenn vorher eine Vereinbarung gemacht und von beiden Parteien angenommen wurde. Die meisten machen das eher nicht… schade!
Natürlich kann man auch im Gespräch (per schriftlicher Nachricht) ein wenig die Zuverlässigkeit “abchecken”. Bei diesem Punkt trennt sich nämlich die Spreu vom Weizen. Anfänglich werden Shootinganfragen angenommen und man ist begeistert, doch nachdem jeder zwei- oder dreimal hin und her geschrieben hat gibt es schon viele die dann plötzlich nicht mehr antworten wenn es um den konkreten Termin geht. Eigentlich bin ich jetzt schon fließend zum nächsten Punkt übergegangen, der Shootinganfrage.

Die Shootinganfrage

Nachdem ich bis jetzt schon 4721 Wörter geschrieben habe, werde ich den Beitrag ab diesem Punkt enden lassen und bei Gelegenheit fortfahren. Ich möchte ja hier keine Doktorarbeit verfassen… aber habe noch so viel zu schreiben! Also, wir lesen uns beim nächsten Mal.

Es grüßt,

Alexander

2 Kommentare

  1. Den einen oder anderen Punkt Deiner Kriterien kann ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen. So ist für mich wichtig, dass mich das Modell optisch anspricht. Da ist mir gerade im Portraitbereich wichtig, dass eine gewisse Wandelbarkeit in der Mimik zu erwarten ist. Dafür darf der BMI auch schon mal höher sein.

    Bei der Zuverlässigkeit verlasse ich mich überwiegend auf mein Bauchgefühl beim Lesen der Texte auf der Sedcard. Funktioniert immer besser.

    Sehr seltsam ist auch, dass gerade die Modelle, die so Dinge wie “Erweiterung der Sedcard”, “Offen für Neues” schreiben, nicht einmal antworten, wenn ein Fotograf anfragt, der einen etwas anderen Bildstil hat als die Aufnahmen, die auf der Sedcard sonst so vertreten sind.

    • Ja, das ist in der Tat komisch. Zum Thema “antworten auf Anfragen” komme ich im zweiten Teil meines Beitrages… Da kann ich auch viel dazu berichten! :-( Leider!

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