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Bildkritik

Gepostet am Sep 1, 2013 von | 1 Kommentar

Bildkritik

Die Anfänge eines Hobbyfotografen zum Thema Bildkritik:

Ein Thema, welches mich schon länger beschäftigt, wenn man es genau sagen will seit 2005. Da habe ich angefangen mich intensiv mit der Fotografie auseinander zu setzen. Anfangs habe ich die Bilder Freunden, Bekannten und der Familie gezeigt, mit Lob wurde da nicht gespart. Als Anfänger in der Fotografie bekommt man da schnell Höhenflüge und schätzt seine eigenen Bilder viel besser ein als sie tatsächlich sind. Man sieht das aber für gewöhnlich nicht, sicherlich ein Schutzmechanismus der menschlichen Natur. Bei mir ging es damals recht flott und ich präsentierte meine ersten Bilder in den Weiten des Internets, um es genauer zu sagen in der Fotocommunity (FC) und in einer Bildagentur (BA) mit angeschlossener FC. Die normale FC war mein Freund, hier ging es so weiter wie in der Familie und im Freundeskreis auch, ich bekam überwiegend Lob für meine Aufnahmen. Doch in der BA mit ihrer FC lief es anders. Erste Bilder wurden zum Verkauf angenommen, was mich sehr freute (im Nachhinein betrachtet stand die BA einfach am Anfang und benötigte Bildmaterial!). Doch ich stellte die Bilder gleichzeitig in BA und FC ein, was zur Folge hatte, dass andere User sie sehen und kommentieren konnten. Nun fingen die Kritiker an: “Warum ist das nicht so …. wäre doch viel besser.” oder “Ich hätte das aber so und so gemacht, weil …”. Mir wurde zum ersten Mal bewusst, dass meine Bilder nicht so gut waren wie ich dachte. Zumal ich auch noch die Ergebnisse der anderen User gesehen habe, die um Welten besser waren. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich geprägt. Ich nahm die Kritik zögerlich an und setzte sie in meinen Bildern um. Meine Bilder wurden besser, die Kritik jedoch blieb, zu dem Zeitpunkt dann aber auf höherem Niveau. Aber man merkte doch deutlich, dass es meist noch nen Tick besser geht als man es bisher schon gemacht hat. Nach einiger Zeit war es dann so, dass immer weniger Kritik kam. Dies und ein paar andere unglückliche Umstände führten dazu, dass ich der BA und ihrer FC den Rücken kehrte, mittlerweile wird mein Account dort komplett gelöscht.

Mein Fazit: Ich habe durch diese wertvolle Erfahrung die Erkenntnis gewonnen, dass eine Bildkritik sehr sinnvoll sein kann, wenn man gewillt ist besser zu werden und voran zu kommen. Ich habe die Möglichkeit genutzt und bin auch heute noch froh, wenn ich Bildkritiken erhalte, wobei ich diesbezüglich etwas eigen geworden bin. Später mehr dazu.

Bildkritik, was ist das für mich persönlich überhaupt?

Ich muss vorab schicken, dass ich wohl eher zu den nicht so leichten Menschen gehöre, da ich dazu neige sehr direkt zu sein. Dies zieht sich durch Berufs- und Privatleben, Familie und Freundeskreis und natürlich auch durch mein Auftreten im Internet. Mittlerweile gibt es einige Menschen, die damit nicht klarkommen, auch unter ehemals guten Freunden, aber für mich trennt sich da die Spreu vom Weizen. Es gibt nämlich ebenso viele Menschen, denen es viel wert und wichtig ist, dass sie meine Meinung erhalten. Ich bin ein Mensch der nicht sehr emotional ist, das ist aber ein Fakt den ich nicht wirklich ändern kann und auch nicht will. Somit reagieren für mich manche emotional stärker geprägte Menschen meist etwas über… was aber objektiv betrachtet sicherlich für Diese normal ist. Naja, ich komme zu weit ab, diese Ausführungen erklären aber etwas warum ich mit Bildkritik “locker flockig” zur Sache komme. Gerade wenn man mit der Fotografie ernsthaft anfängt, dann überwiegt die Emotion, die einen dazu bewegt ein Bild zu machen. Über Technik macht man sich da nicht viele Gedanken. Im Verlauf wird die Emotion etwas zurück gedrängt und man beschäftigt sich mehr mit der technischen Seite (Bildaufbau, Kameratechnik, …). Meiner Meinung nach ist man erst dann bereit eine ordentliche Bildkritik anzunehmen, die wie folgt seinen sollte:

  • Aus psychologischer Sicht soll man unangenehme Sachen schön verpacken um sie leichter verdaulich zu machen. Ich persönlich bin nicht so der Bauchpinsler und komme daher eher ohne Umschweife zum Problem, was bei fremden Leuten eher schwierig ist. Im Berufsleben in Leitungsposition versuche ich natürlich schon die Sandwich-Version zu nutzen. Im Internet isses mir ehrlich gesagt zu zeitaufwendig immer einen ellenlangen Text zu schreiben.

 

  •  Eine Bildkritik sollte möglichst detailliert und höflich formuliert sein. Nicht einfach “Das Bild ist scheisse!”, sondern “Mir persönlich gefällt das Bild nicht, weil …”. Das hilft dem Gegenüber die Kritik leichter anzunehmen.

 

  •  Eine Kritik sollte sich aufs Bild und die Aufnahmetechnik beziehen, aber nicht gegen den Fotografierenden persönlich gehen. In diesem Atemzug ist gleich zu erwähnen, dass man dies als Kritikempfänger auch beachtet und die Kritik nicht als persönliche Angriff sieht! Gerade Anfänger gehen da gern gleich an die Decke – ihre Fotos sind doch noch so von Emotionen geprägt.

 

  •  Kritik bei Bildern mit Models ist besonders schwierig, da man als Fotograf ja eine gewisse Beziehung zu seinem Model aufbaut um es entsprechend gut zu fotografieren. Dies nimmt einem u.U. das Objektive. Grundsätzlich hat keine Kritik über das Model direkt zu erfolgen in Form von “die hat aber eine große Nase…” oder “der hat ja komische Beine und nen dicken Ranzen.”! Kritik an Posen hingegen sind in meinen Augen erlaubt. Als ich zum Beispiel angefangen habe Models zu fotografieren, habe ich nie auf Handhaltungen geachtet. Ich war froh ein gutes Bild hinzubekommen, welches halbwegs scharf und gut belichtet war. Durch Kritiken und Erfahrung bin ich mittlerweile aufmerksam und beachte auch Kleinigkeiten, mit Sicherheit aber noch nicht alle.

 

  •  Im besten Fall bringt man bei seiner Kritik einen Lösungsvorschlag mit, wie zum Beispiel: “Schneide doch rechts noch ein wenig ab.” oder “Wähle beim nächsten Mal Offenblende um den Hintergrund in der Unschärfe verschwinden zu lassen.” Leider hat man selbst auch nicht immer eine Lösung parat, v.a. wenn es ein Gebiet ist auf dem man selbst wenig praktische Erfahrung hat. Das soll einen aber nicht davon abhalten eine Bildkritik zu äußern. Den dümmsten Spruch diesbezüglich habe ich von einem ehemaligen Mitglied meines Fotoclubs gehört: “Du kannst es nicht besser, also darfst Du mir auch keine Kritik geben!” Muss der Restaurantkritiker besser kochen als der Chefkoch? Muss der Kunstkritiker besser zeichnen als der Maler? Muss der Film- oder Buchkritiker besser filmen oder Bücher schreiben als der Regisseur oder Buchautor? In allen Fällen würde Jeder sagen “nein”. Bei Bildkritikern sehen das sehr viele Leute zu Unrecht ganz anders!

 

  •  Ein Bildkritiker muss auch akzeptieren, wenn die kritischen Anmerkungen nicht umgesetzt werden. Genau so wie einer der Bildkritik erhält natürlich nicht alles umsetzen muss. Aber ich bin der Meinung, dass man die Kritik zumindest annehmen und kritische betrachten kann. Manchmal steckt wenigstens ein Fünkchen Änderungspotential drin… Und man sollte natürlich auch äußern das man es anders sieht, optimalerweise mit Erklärung. Dies gibt dem Kritiker vielleicht wieder einen Ansatzpunkt den er vorher nicht in Betracht gezogen hat. Bei Fotoanfängern kommt häufig als Reaktion: “Ich finde es trotzdem schön und außerdem ist es so gewollt.” Für mich persönlich ist das ein “an-die-Decke-geh-Argument”. Ahhhhh

Nun bin ich bei fast 7000 Zeichen angelangt und will deshalb hier einen Cut machen. Ich werde das Thema auf jeden Fall demnächst noch einmal aufgreifen, da ich ursprünglich einen Beitrag zum Thema “Bildkritiken in sozialen Netzwerken” schreiben wollte. Dieser erforderte aber meiner Meinung mache eine “kleine” Einführung in das Thema und besonders in meine Sichtweise. Über eine Diskussion hier oder bei Facebook oder Twitter würde ich mich sehr freuen.

1 Kommentar

  1. sind einige gute Anhaltspunkte im Umgang mit Fotografenkollegen und Betrachtern dabei, da kann man ja immer dazulernen. ich muss feststellen, mit einem guten Niveau an Toleranz und einer Einstellung, nicht alles auf die Goldwaage legen zu müssen, bin ich bisher überall durchgekommen. ein freundlicher zwischenmenschlicher Umgang, ohne persönliche Angriffe sollte selbstverständlich sein.

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